Interview Art Director Architekt Ana Barros Creator Inspiration

„Meine Welt ist sehr viel größer geworden“

Ana Barros ist Fotografin, Reisende und Creative Director. Auf ihrem Instagram-Account begeistert sie über 300.000 Follower mit ihren Fotos und Collagen. Ihre Arbeit ist schwer von Architektur und strengen Formen beeinflusst, die sie aber auch gerne mal dekonstruiert. Wir haben ihr einige Fragen stellen können.

Du heißt mit vollem Namen Ana Filipa Alves Pereira Sampaio Barros. Wie kamst du zu so einem langen Namen?

Ich trage die Namen aller meiner Großeltern. Meine Mutter hat übrigens fast denselben Namen, nur Maria statt Filipa.

Du bist Portugiesin, lebst seit knapp zehn Jahren in Wien. Wie bist Du hier gelandet?

Ich habe in Portugal Architektur studiert, dann meinen Master in Darmstadt gemacht. Danach musste ich ein Jahr in Portugal als Architektin arbeiten, das war eine Regel der Kammer. Aber das war’s dann. Ich bin nach Wien, hab bis 2015 in einem großen Bauprojekt gearbeitet, danach habe ich dem Job den Rücken gekehrt.

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Verbindet dich heute noch etwas mit der Architektur?

Ich habe noch immer eine Leidenschaft für Architektur, aber mehr auf einer visuellen Ebene. Mich interessieren Materialien, der Prozess dahinter interessiert mich nicht.

Das Planen, die ständige, langwierige Suche nach Problemlösungen, das ist mir zu langweilig. Es braucht einfach zu lange. Es sind zu viel Geld, zu viele Interessen, zu viele Limitierungen damit verbunden. Das halt ich nicht aus.

Was bedeutet Freiheit für dich?

Alles. Ich ändere meine Meinung ständig. Ich liebe Tattoos, hab aber selbst keines, weil ich Angst davor habe, es ein paar Tage später nicht mehr zu mögen. Das ist es auch, was ich an Insta-Storys so liebe: Sie existieren nur für 24 Stunden. Es ist die perfekte Plattform für Experimente. Ich mache kleine Collagen, Videos, lade sie hoch und schaue, wie die Leute reagieren.

Es ist auch ein Gegenpol zu meiner Arbeit als Creative Director. In dem Moment geht es nicht um die Kunden, nicht um Briefings, sondern nur um mich. Und wenn es nur 15 Sekunden sind, das reicht.

Wie bist du in die Fotografie gekommen?

Als ich mit der Fotografie angefangen habe, kam Instagram gerade raus. Ich hatte keinen Plan dahinter, ich bin einfach am Wochenende durch die Clubs in Wien gezogen und hab Fotos gemacht. Zwei Jahre später hatte ich so viele Follower, dass ich von Brands kontaktiert wurde.

Ich habe dann an meinem eigenen Ausdruck, an meiner eigenen Sprache gearbeitet. Irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich den Sprung in die Selbstständigkeit machen konnte. Ich habe damals gedacht, ich komm nach zwei Jahren zurück. Heute kann ich mir das nicht mehr vorstellen.

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Was gefällt dir an deinem Job heute besser?

Ich habe viel mehr mit Menschen zu tun. Ich treffe jeden Tag neue, interessante Leute, die dasselbe Mindset haben wie ich. Das ist etwas völlig Neues für mich. Meine Welt ist sehr, sehr viel größer geworden.

Reist Du viel?

Wir haben ein paar große, globale Kunden. Für die bin ich zwei bis drei Mal im Monat unterwegs. Von London über Chicago bis Barcelona. Ich liebe das: Ich habe Wien als meine Basis, fühl mich aber nicht eingeengt. Das Reisen gibt mir das Gefühl von Freiheit. Nach zwei Wochen am Stück in Wien werde ich leicht nervös.

Steht immer ein gepackter Koffer bei dir zuhause herum?

Ich habe alles doppelt und immer etwas bereitgestellt. Ich habe eine Art Spiel gegen mich selbst, wo ich die Zeit stoppe, wie lange ich brauche, um meinen Koffer zu packen. Ich werde immer besser.

Was ist dein Rekord?

Viereinhalb Minuten. Ich habe seit Ewigkeiten denselben Trolley, dieselben Socken, die ich immer in demselben Shop kaufe. Und ich trage nur Schwarz.

Interview Art Director Architektur Ana Barros Creator Inspiration Hund

Wann hast du angefangen, dich nur Schwarz zu kleiden?

Vor zehn Jahren, es war eine gute Möglichkeit, sich der Architektenszene anzupassen. Mittlerweile gehört es zu mir dazu, ich fühl mich nicht gut, wenn ich in den Spiegel schaue und nicht in Schwarz gekleidet bin.

Meine Mutter hasst es, deswegen versuch ich manchmal, morgens etwas anderes anzuziehen, wenn ich in Portugal bin. Meistens geh ich aber zurück und zieh mich um. Es fühlt sich einfach nicht so an wie ich.

Hast du etwas über Dich gelernt, nachdem Du Portugal verlassen hast?

Die portugiesische Kultur ist sehr nostalgisch. Portugal war mal ein großes Imperium, seitdem ist nicht viel passiert. Die Art wie sich Menschen anziehen, das Essen, alles ist sehr traditionell. Auch die Musik. In Fado geht es immer darum, dass man jemanden vermisst, der zur See gefahren und niemals zurückgekommen ist.

Mir hat Fado nie gefallen, aber ich wusste lange nicht, warum. Erst als ich Portugal verlassen habe, habe ich germerkt, warum ich dort nicht richtig hingepasst habe. In dem Moment, wo ich nach Deutschland gezogen bin, habe ich das verstanden.

Was gefällt Dir an der Arbeit für und mit Keller x?

Nike, adidas und andere Sport Brands haben mich schon immer inspiriert. Die Arbeit mit Keller x hat mich der Arbeit mit diesen Marken noch näher gebracht. Eigentlich sogar noch besser: Ich kann direkt mit ihrem Content experimentieren und mehr über die Kultur lernen, die diese Brands ausmachen.

Keller x steht für Qualität und Original-Content. Jede Woche auf Instagram ist eine neue Herausforderung für mich, weil jedes Produkt seine eigene Geschichte erzählt.

Interview Art Director Architektur Ana Barros Creator Inspiration Fotografie

Vor uns liegt der VaporMax, den du fotografiert hast. Hast Du eine Verbindung zu dem Schuh?

Ich liebe den VaporMax. Ich liebe es, wenn Brands wie Nike in die Zukunft schauen und neue Materialen ausprobieren. Als der erste VaporMax Triple Black rausgekommen ist, habe ich ihn mir sofort gekauft. Ich bin viel mit ihnen herumgelaufen und gereist, sie sind super komfortabel.

Wie gefällt dir das spezielle VaporMax Metallic Gold Modell?

Der Schuh ist ein wunderschönes Stück Design. An diesem Modell sieht man auch die Gemeinsamkeiten von Design und Architektur: Mit dem transparenten Material kann man die Struktur darunter sehen. Ich liebe es, wenn Brands mit Materialen spielen. Ich glaube, dass jeder Schuh seine eigene Identität haben sollte. Und die hat dieser Schuh definitiv.

Fotos: Ana Barros