Sport beeinflusst Mode Baseball Ballett Running Outdoor Basketball Fashion

Die Grenze zwischen Mode und Sportbekleidung zerfließt. Und mehr denn je heißt es heute: strong ist the new sexy – and the new smart. Also auch the new style? Ja, wie es scheint. Denn Sport beeinflusst die Mode immer stärker und lässt gar eigene Trends entstehen: Athleisure. Die Kombination aus athletic und leisure (auf Deutsch: Athletik und Freizeit) beschreibt Sportswear, die man nicht mehr nur zum Workout anzieht, sondern auch in der Freizeit, im Büro, zum Shoppen oder Dinner.

Antithese zu luxuriöser High Fashion

Doch der Weg, dass Sportkleidung auch im Alltag akzeptiert und respektiert wurde, war nicht immer einfach. Zwar trug man bereits in den Achtzigern Bodysuits und Lycra oder in den Neunzigern Trackpants mit seitlicher Druckknopfleiste, doch diese Trends wurden von der Modebranche lange Zeit sehr skeptisch gesehen.

„Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, sagte Karl Lagerfeld einst. Der Satz mag heute absurd klingen, aber damals spiegelte er die breite Meinung der Modeszene wieder: Sportkleidung ist die Antithese zu Mode.

Jogger in der Chefetage

Ganz anders heute: Der Typ im Fila-Kapuzenpulli ist der Chef, die Frau in den knallbunten adidas Falcon Sneakern die CEO. Jogginghosen und Sneaker im Alltag zu tragen setzt nun ein Statement – und steht längst nicht mehr für Laisser-aller. Sondern dafür, dass man es geschafft hat. Dass man es nicht nötig hat, sein Können mit veralteten Dresscodes zu betonen.

Dass man sich den Luxus leisten kann, seinen sportlichen und gesunden Lifestyle Alltag werden zu lassen. Das Ergebnis: Outfits, in denen man sich vor zehn Jahren nicht mal in den Supermarkt getraut hätte, gehören heute – Athleisure sei Dank – zum guten Ton.

Basketball Schuhe als Sneaker Fashion Nike Air Jordan Victor Oladipo

Sportarten, die die Mode beeinflusst haben

Neben Jogger und Sneaker haben noch viel mehr Alltags-Kleidungsstücke ihren Ursprung im Sport. Doch welche Sportarten haben die Mode am meisten beeinflusst? Ein Überblick:

Ballett: Eleganz und Romantik

Ausgestellte Tüllröcke, fließende Plissees, figurbetonte Bodys und flache Ballerinas: Die Grundelemente einer klassischen Ballettausrüstung finden sich auch in der Mode wieder. Zarte Tüllkleider sind bei Dior seit mehreren Saisons auf jedem ihrer Laufstege zu sehen und fast schon zum Markenzeichen geworden.

Aber warum sind Ballett-inspirierte Kleidungsstücke seit Jahren so beliebt? Weil sie Leichtigkeit, Eleganz und Romantik wiederspiegeln. Eine Ästhetik, die nach wie vor für die absolute Verkörperung von Weiblichkeit steht. Doch nicht nur Romantik-Fans verfallen dem Charme der Tänzergarderobe. Auch Labels wie adidas oder Levi’s setzen auf enge Bodys – ein Traum zu High-Waist-Jeans. Und mit großem Logo avancieren die feinen und filigranen Stücke zum lässigen Streetwear-Piece.


Basketball: Oversized-Looks und Ghetto-Romantik

Nicht nur Sneakerheads können ein Lied davon singen: High Top Sneaker sind einfach unschlagbar. Vor allem wenn es darum geht, einem Outfit einen Touch Lässigkeit, Sportlichkeit und Street Credibility zu verleihen. Kein Wunder also, dass neben den unzählbaren limited Editions der Nike Kultmarke für Basketball-Sneaker, Jordan, auch alle anderen Sportbrands ein exklusives High Top Modell nach dem anderen droppen. Seinen Ursprung hat das Schuhwerk im Basketball.

Doch nicht nur der High Top Sneaker ist mittlerweile fester Bestandteil der Streetwear Fashion. Die Pariser Designerin Isabel Marant nutze 2012 den amerikanischen Lieblingssport als Inspirationsquelle für ihre Kollektion und landete mit ihren Slogan- oder Nummernshirts, wie sie auf Basketballplätzen zu finden sind, eine Punktlandung. Die oversized Mannschaftsshirts stylte sie zu eng geschnitten Batikhosen und Riemchensandaletten. Ein Stilbruch, der lange vor dem Trend Athleisure schon bewies: Sportkleidung kann auch schick sein.

Running und Fitness: Glänzende Tights und Stirnbänder

In den Achtzigern brach der Fitness- und Aerobic-Hype los. Leggings, Stirnbänder und Stulpen wurden nicht mehr nur in den Sporthallen, sondern auch im Büro und vor allem auf dem Dancefloor getragen – und brachten dem Jahrzehnt auch den Ruf der geschmacklosesten Mode-Ära überhaupt ein. Ein Trauma, das die Modeszene lange nicht verdaut hat. Und doch: Jenseits der Catwalks blieb der Trend zum bequemen Sportoutfit im Alltag hartnäckig bestehen.

Und es waren genau diese Athletik-Elemente, die Alexander Wang 2012 als einer der Ersten zurück in die großen Schauen brachte: knallenge Jerseyanzüge, Netz-Einsätze, engen Neoprenkleider und reflektierende Straps. Pieces, die an funktionale Runningwear erinnern, waren nun Teil des Langstreckenlaufs auf der Fifth Avenue. Danke dafür! Heute sind Runningtights von Nike oder auffällige Windbreaker von Satisfy Running Teil unserer Alltagsgarderobe.


Hiking: Stärke und Stabilität

Grobe Profilsohlen, hoher Schaft, rotgemusterte Schnürsenkel: Hiking Boots erleben seit einigen Saisons einen Höhenflug. Und damit ist nicht (nur) das Erklimmen von Höhenmetern gemeint, sondern vor allem das Erobern der Straßen. Während der klassische Timberland Boot schon lange als winterliches Fashionitem akzeptiert ist (was am Einfluss der Hop-Hop-Szene liegt), wurden die funktionalen Konkurrenzmodelle von The North Face, Moncler & Co. lange ausschließlich zum Wandern getragen.

Doch damit war 2018 plötzlich Schluss. Der neue Hiking Boot Trend folgte als Winter-Version der Ugly Dad Sneaker: Je derber die Stiefel, desto angesagter waren sie. Und sind es nach wie vor. Gerade die gehypten Designer-Modelle von Ganni, Gucci oder Louis Vuitton werden von Fashionistas wie Stilikone Veronika Heilbrunner mit Vorliebe zu wadenlangen Seidenkleidern mit Blumenprint oder gar zu Blazer und Radlershorts getragen. Das Ziel: maximaler Stilbruch. In der Männermode sieht man die derben Stiefel häufig zu hochgeschlagen Cargopants oder zu ripped Jeans.

Tennis: Anspruch und Eleganz

Wer kennt es nicht, das berühmte Krokodil der Lacoste-Shirts. Und sofort denkt man an? Tennis und Golf. Nun: Die etwas elitäre Konnotation der Sportmarke ist nach wie vor präsent – und sichert dem Label Qualitätsprestige. Doch das Vorurteil ist schon lange überholt. Die aus speziellem Meshgewebe angefertigten Klassiker mit Stehkragen und Knopfleiste werden mittlerweile viel häufiger im Alltag zu Jeans getragen als beim Sport.

Plus: Die neuen Kollektionen mit Logodrucken, oversized Schnitten und ansprechenden Farbpaletten zeugen von Zeitgeist und Streetwear-Appeal. Der clean-chice Stil des französischen Sport-Labels ist auch mit seinen Runway-Kollektionen hoch angesehen, wo es den sportlichen Touch mit französischer Eleganz verbindet. Auch bei Lacoste sehen wir: Sport und Mode können eine perfekte Liaison eingehen.


Der Lifestyle wird zum Stil

Egal ob Yoga-Retreat auf Bali, Surf-Kurs in Portugal oder Mountainbiking in den Alpen: Sport ist für viele wichtiger und bedeutsamer Bestandteil des Alltags. Und natürlich braucht es für all diese Aktivitäten auch die passende Sportswear, die wiederum – unterstützt vom Trend Athleisure – mit unserer Alltagsbekleidung diffundiert.

Klar ist: Sport hat seinen Platz in der Mode. Zahllose Designerhäuser setzen auf Sportswear, um ihren Kollektionen das neue Luxus-Image eines gesunden Lifestyles zu verpassen. Jimmy Choo, Chanel, Kenzo, Victoria Beckham, Raf Simons – die Liste der Designer, die sich aus dem Sportfundus bedienen, hat kein Ende. Neopren, Bomberjacken und leichte High-Tech-Materialien sind genauso auf dem Laufsteg zu sehen wie auf den Straßen oder im Fitnessstudio.

Mal ist der Einfluss kaum zu erkennen (Bodys als Oberteil), mal ist er klar ersichtlich (Trackingpants). Aber sicher ist: Für jeden ist etwas passendes dabei. Es lohnt sich also, sich die heißesten Sportswear-Pieces zu sichern – am besten jetzt im innovativen Keller x Sortiment.

Ballett Kleidung in der Fashion Branche als Mode Statement