Ursprung von Streetwear Street Style als Kultur Stil 2019

Das Thema Streetwear ist nicht erst seit gestern ein heißes Thema und hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Modebegriff entwickelt, mitunter auch in den höheren Rängen der Fashionindustrie. Wenn man die Anfänge von Streetwear genauer betrachtet, kann man hier auf eine bereits mehr als 30-jährige Geschichte zurückblicken.

Entwickelt hat sie sich in den 70er und 80er Jahren aus Jugendkulturen der amerikanischen Ost- und Westküste und ist ebenfalls tief mit der Musikszene verwurzelt. Der immensen Popularität und seinem großen Einfluss in der heutigen Modebranche nach zu urteilen, scheint es auch nicht so, als ob dieses Phänomen so schnell von der Bildfläche verschwinden wird.

Aber wie ist diese Bewegung eigentlich entstanden und was hat sie zu dem gemacht, was sie heute darstellt? Lasst uns gemeinsam in die umfangreiche Geschichte von Streetwear eintauchen, um zu entdecken, wie sich ein bescheidener Stil von der Straße zum Mainstream entwickelt hat.

Skateboard als Ursprung von Streetwear Street Style als Kultur Stil 2019

Die Geburt von Streetwear

In den 1970er Jahren wurden in Kalifornien die Subkulturen des Surfens und Skateboardens immer beliebter. Hand in Hand mit dem freiheitsliebenden Lebensstil ging auch die einfache und bequeme Kleidung, die einen uneingeschränkt diverse Aktivitäten vollführen lassen sollte.

Genau hier kommt Shawn Stussy ins Spiel, der oft auch als der Pate von Streetwear angesehen wird. Ursprünglich war er ein Surfboardhersteller. Shawn Stussy war derjenige, der die Surf und Skate-Kultur als einer der ersten in Kleidung übersetzte. Er druckte sein berühmtes Logo von seinen handgefertigten Surfboards auf T-Shirts und verkaufte diese aus seinem Kofferraum.

Viele sehen hier die Geburtsstunde von Streetwear, weswegen Shawn Stussy‘s Name in diesem Zusammenhang nicht wegzudenken ist. Surfboards, und vor allem Skateboard-Decks boten zur damaligen Zeit Fläche für politisch subversive und satirische Kunst im Einklang mit der abneigenden Haltung der Skater gegen die Behörden.

Skater wurden oft als soziale Außenseiter angesehen und bevorzugten rebellische Punk-Rock-Musik, da sie in ihrem Handeln und Aussehen gegen den Strom schwimmen wollten. Stilisiert wurde dieses trotzige Verhalten sowohl auf Skateboard Decks als auch bei der Kleidung, um sich auf eine neue, auffällige Art und Weise mit dieser Subkultur zu identifizieren.

Neben Skateboards und Kleidung war die Skatekultur auch von Skaterschuhen besessen. Ein neuer und heute noch allzu präsenter Look war geboren: zerrissene Jeans gepaart mit verschlissenen Vans wurde zum unverwechselbaren Outfit. Die bedruckten grafischen T-Shirts, Skateschuhe und die insgesamt subversive Einstellung sind Schlüsselelemente, die vom Skater-Stil auf Streetwear übergegangen sind.

Skateboarder als Ursprung von Streetwear Street Style als Kultur Stil 2019

Der Einfluss von Hip-Hop

Eine weitere Subkultur, die bei der Definition von Streetwear eine Schlüsselrolle spielt, ist der Hip-Hop der späten 80er Jahre in Verbindung mit der Kunst von Graffiti und Breakdance. Die Ursprünge von Hip-Hop als Lebensstil lassen sich in afroamerikanischen Randgruppen in der Bronx als Ausdrucksform gegen politische und klassenbedingte Ungerechtigkeiten finden. Eine zentrale Idee dieser Identität war es, mit dem Wenigen, was man hatte, geschickt und kreativ umzugehen, ohne den offensichtlichen Mangel an Geld zu offenbaren.

Diese Idee wurde nicht nur in der Hip-Hop-Musik umgesetzt, die das Sampling bereits vorhandener Songs beinhaltete, um etwas Neues und Kreatives zu schaffen, sondern auch im Ideenreichtum und der Unvorhersehbarkeit der Mode. Die Menschen experimentierten mit ihrer Kleidung, schnitten und nutzten ihre Kleidung neu und paarten bis dato unkonventionelle Dinge miteinander.

Die Kleidung war schlabberig und locker und gab den Leuten die Freiheit, die sie brauchten, um sich uneingeschränkt auf der Tanzfläche austoben zu können. Funktionsmarken wie adidas, Nike und Fila fanden immer mehr Anklang und trieben den Stil weiter in den Mainstream. Die Musikszene, die der Hip-Hop aufbaute, ermöglichte es, dass Streetwear tatsächlich in den Communities ankam und die Leute begannen ihr Leben nach diesem Stil auszurichten.

Plattenfirmen sprangen auf den Zug auf und als Folge davon wurde noch mehr Geld in spezielle Projekte investiert. Rapper begannen zu Designern zu werden, ein Trend, der sich bis heute fortsetzt. Spätestens mit Run-D.M.C.’s Song „My Adidas“ wurde die Verbindung zwischen Hip-Hop und athletischen Marken besiegelt und erklärt, warum diese Marken heute den Zenit von Streetwear darstellen.

Die 90er Jahre stellten mit der Einführung des japanischen Labels A Bathing Ape 1993 und Supreme 1994 ein großes Jahrzehnt für Streetwear dar. Dank des Einflusses berühmter Rapper wie P. Diddy und Notorious B.I.G. entwickelten diese Labels schnell eine Kultanhängerschaft, die heute noch immense Ausmaße annimmt.

Hip Hop Musik als Ursprung von Streetwear Street Style als Kultur Stil 2019

Streetwear heute

Während Supreme definitiv dazu beigetragen hat, den Streetwear-Trend in der Mode voranzutreiben, spielen auch andere Aspekte eine Rolle. Mit der Einführung des Internets und Social Media erhielten mehr Menschen Zugang zu Streetwear und so wuchs die Hype-Kultur immens an.

Streetwear etablierte sich in der Popkultur und Persönlichkeiten wie Kanye West, verantwortlich für Yeezy, und Virgil Abloh, verantwortlich für Off-White, brachten sie auf eine ganz neue Ebene, indem sie die Barrieren zwischen Luxus-Mode und Streetwear aufhoben und die Bewegung in die High Fashion übernahmen.

Die Zusammenarbeit zwischen Supreme und Louis Vuitton im Jahr 2017 signalisierte einen enormen Umbruch in der Branche, und wir können erwarten, dass in Zukunft noch viel mehr in diese Richtung unternommen wird. Durch die Verschmelzung von Fashion und Street wurden Mauern niedergerissen, die den Weg für die Zusammenarbeit diverser Marken & Designer aus unterschiedlichen Branchen ebnen. Tabus lösen sich allmählich auf, Grenzen des Möglichen verschwimmen und somit darf man freudig der nächsten Fusion zwei konträrer Welten entgegenblicken.

Im Jahr 2019 ist die Popularität von Streetwear Mode auf einem historischen Höchststand und das Genre definiert sich immer wieder neu und spiegelt den kulturellen Wandel wider, der mit der Zeit eintritt. Wir tragen Streetwear, weil sich die gesellschaftlichen Kleiderordnungen entspannt haben. Was das Besondere an Streetwear ist, dass sie keine Regeln hat und nicht durch Trends definiert ist. Egal, wohin es von hier aus geht, es wird immer seine Wurzeln in Kultur, individuellem Ausdruck und Freiheit haben.

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